Trends haben im digitalen Zeitalter eine ganz kurze Lebenszeit. Was heute jeder kennt und macht, ist morgen schon wieder völlig von gestern. Das gilt ganz besonders für Online-Marketing-Themen. Die Branche erfindet sich beinahe täglich neu. Mit hängender Zunge hecheln die Experten für digitale Werbung den aktuellen „Must-haves“ der Onlinekommunikation nach – immer im Bewusstsein, womöglich gerade den „Hottest Shit“ zu versäumen.

Selber schuld. Denn statt jedem Trend hinterherzurennen, der gerade irgendwo in der weiten Online-Welt aufpoppt, sollten wir besser die Hausaufgaben des Online-Marketings erledigen. Ordentliche Suchmaschinenoptimierung, zum Beispiel.

SEO, noch immer (und noch lange) die Basis des Online-Marketings
Es ist schon bemerkenswert: in wenigen Wochen beginnt das Jahr 2016, und noch immer haben viele Unternehmen nicht verstanden, wie wichtig Suchmaschinenoptimierung für ihren digitalen Geschäftserfolg ist. Bis zu 70 Prozent (!) des Website-Traffics – suchmaschinenoptimierte Website vorausgesetzt – von der Suchergebnisseite von Google. Damit ist SEO, allen Trends zum Trotz, nach wie vor die singulär wichtigste Maßnahme im Online Marketing-Konzert.

Keine Frage, auch Suchmaschinenoptimierung kostet Geld. Allerdings sind Investitionen in SEO normalerweise die effizienteste Art der Online-Werbung. Oder, anders formuliert: der Kunde, der von Googles Suchergebnisseite kommt, ist hinsichtlich der vom Unternehmen zu tätigenden Marketing-Ausgaben in der Regel der günstigste seiner Art.

Allerdings erfüllt Suchmaschinenoptimierung nur dann die ihr zugedachte Aufgabe im (Online-)Marketing-Mix, wenn sie im Unternehmen die entsprechende Beachtung bekommt. Nur allzu oft ist beispielsweise der SEO-Manager ganz am Rand der Organisationsstruktur eingegliedert. Und steht entsprechend auf verlorenem Posten.

SEO gehört in´s Zentrum des Geschehens. Der Suchmaschinenoptimierer muss in alle (Online-)Projekte integriert sein, und er muss überall Mitspracherecht haben. SEO ist ein komplexer Prozess, in dem gleich mehrere Stellschrauben gedreht werden müssen. Das funktioniert nur, wenn die dafür zuständige Person entsprechendes Stimm – und zugleich Mitspracherecht hat.

Ein Beispiel: die Inhalte einer Website sind für den Erfolg von SEO-Maßnahmen ebenso relevant wie das Design und die Usability des Online-Auftrittes; Google verlangt höchste Qualität in diesen Bereichen mit steigender Aufmerksamkeit. Will man die besten Ergebnisse, müssen also Grafiker, Web-Programmierer, Vertrieb, Marketing, Redaktion und Unternehmensführung eng mit dem SEO-Manager zusammenarbeiten – und sie müssen seine Empfehlungen in ihrer Arbeit berücksichtigen. Vernetztes Projektarbeiten ist also das Geheimnis des Erfolges.

Mit den wachsenden Bedürfnissen in fast allen Unternehmensbereichen wird diese Arbeit immer herausfordernder. Denn nicht nur der Web-Bereich entwickelt sich rasant, auch die Google-Suche ist technisch stark innovationsgetrieben. Schon lange reicht es nicht mehr, einzelne Google-Schrauben zu drehen, um das Ranking zu verbessern. Allein das mobile Nutzerwachstum verändert digitalen Gewohnheiten nachhaltig und lässt keinen digitalen Stein auf dem anderen. Schon lange ist der Anteil der mobilen Internetnutzung höher als der mit Notebooks oder PCs. Allerdings suchen User via Smartphone ganz anders als mit dem Desktop-PC; Keywords, die noch vor einigen Monate phantastisch performt haben, verlieren an Bedeutung. Lange Ladezeiten von mobilen Websites wirken sich katastrophal auf Suchmaschinen-Rankings aus oder lassen ungeduldige Besucher wieder verschwinden, bevor sie die Inhalte gesehen haben. Sie haben eine Website, auf die viele Links verweisen? Nur zu schade, dass das in der mobilen Welt nicht mehr viel zählt. Dafür wären sogenannte „strukturierte Daten“ umso wichtiger – diese wird aber von vielen Webauftritten noch nicht ansatzweise angeboten.

Sie merken, worauf ich hinauswill: Noch nie war die Arbeit des Suchmaschinenoptimierers so herausfordernd wie in diesen Tagen. Gleichzeitig aber ist SEO die effizienteste Online-Marketing-Disziplin. Sie braucht aber Raum und Bedeutung, um wirken zu können. Dabei legen Unternehmen jetzt die Basis für die Zukunft. Denn die Komplexität von suchmaschinenoptimierenden Maßnahmen wird in den kommenden Monaten und Jahren weiter zunehmen. Die Unternehmen, deren Prozesse perfekt auf diese Herausforderungen eingestellt sind, werden gewinnen. Der Vorsprung, den sie sich erarbeitet haben, werden die Spätstarter nicht mehr aufholen können.

Also nutzen Sie die letzten Wochen dieses Jahres und formulieren Sie gute Vorsätze für Neujahr. Schichten Sie ausreichend Marketing-Budget für 2016 in Richtung SEO und geben Sie SEO doch endlich den Stellenwert in Ihrem Unternehmen, den es verdient hat.