Googeln ist zu einer Kulturtechnik geworden. So gut wie jeder Internet-Nutzer, und das sind in Österreich etwa über 80 Prozent der Bevölkerung, googelt – und das meistens täglich. Der Umgang mit der Suchmaschine ist für uns mittlerweile so selbstverständlich, dass wir meist ganz vergessen, dass Google ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen ist. Die Google-Suche ist dabei Dreh- und Angelpunkt für die Google-Werbung, der Haupteinnahmequelle des Internet-Giganten. Es ist also nicht verwunderlich, dass Google strenge Richtlinien für Websites aufgestellt hat, die über die Google-Suche gefunden werden wollen.

 

Hält sich ein Website-Betreiber nicht an diese Vorschriften, wird gewarnt, gerichtet und abgestraft. “Strafe” bedeutet, dass Websites bei Verstößen in der Google-Suchergebnisseite nach unten gereiht werden. Der damit verbundene Verlust von Traffic kann, etwa bei Webshops, zu signifikanten bis existenzgefährdenden Umsatzeinbußen führen.

 

Google führt aber kein willkürliches Regiment. Die Regeln, an die sich Website-Betreiber zu halten haben, sind in Googles “Richtlinen für Webmaster” festgelegt. Webseitenbetreiber sollten vor allem einen genauen Blick auf die “Qualitätsrichtlinien” werfen. Google erklärt vergleichsweise genau und umfassend, welche Maßnahmen auf einer Website gerne gesehen werden – und welche eben nicht. Übrigens sind die Richtlinien ein dynamisches Dokument. Es ist zu empfehlen, einen regelmäßigen Blick zu riskieren, will man auf dem letzten Stand bleiben.

 

Kommt es auf einer Website zu massiven Verstößen gegen die Google-Richtlinien, kann Google sogenannte “Manuelle Maßnahmen” setzen. “Manuell” ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Bei Google arbeiten sogenannte “Search Quality Rater”. Deren Job ist es, per Handarbeit mögliche Verstöße gegen die Google-Richtlinien zu prüfen. Erhärtet sich der Verdacht, ist dieser Mitarbeiter Justiz und Exekutive in einer Person: er fällt den Schuldspruch und exekutiert das Urteil, indem er “Manuelle Maßnahmen” einleitet. Der Websitebetreiber erfährt von diesem Vorgang in den Google Webmastertools unter dem Punkt “Suchanfragen” und dem Unterpunkt “Manuelle Maßnahmen”. Nutzt ein Betreiber nicht die Webmastertools, bekommt er von allem nichts mit.

 

Die mit großem Abstand häufigste Ursache für “Manuelle Maßnahmen” sind “unnatürliche Links”. Dabei handelt es sich um Links, die nicht durch natürliches, organisches Wachstum, sondern durch Kauf, Tausch oder sonstigen Unfug entstanden sind.

 

Google straft meine Website. Was nun?

Was sollte man also tun, wenn die Website auf der Google-Suchergebnisseite absackt und man gleichzeitig die gefürchtete Nachricht im Webmastertool findet? Das Wichtigste in dieser Situation: Bleiben Sie cool! Überhastetes Handeln ist fehl am Platz. Strukturiertes und geplantes Vorgehen ist gefragt. Handeln allerdings müssen Sie. Ein bloßes “Aussitzen” der Situation ist nicht möglich.

 

Im ersten Schritt müssen Sie sich einen Überblick über die Situation verschaffen, sprich, die schlechten Links identifizieren. Dazu gibt es jede Menge Tools; Ihr SEO-Spezialist beziehungsweise Ihre SEO-Agentur haben mit Sicherheit das geeignete im Einsatz. Trotz Tool-Support bedarf es aber auch jeder Menge manueller Überprüfung verdächtiger Links, um wirklich auf Nummer sicher zu gehen. Und es ist sehr viel Erfahrung notwendig zur Identifizierung unnatürlicher Links.

 

Hat man die verdächtigen Links identifiziert, müssen diese im nächsten Schritt gelöscht werden. Am besten richten Sie dazu ein öffentlich einsehbares Google Doc Sheet ein, in dem Sie eintragen, welche Webmaster Sie kontaktiert haben und welche Links gelöscht wurden. Dieses Dokument ist die Dokumentation, anhand derer später der Google-Mitarbeiter Ihre Bemühungen nachvollziehen kann. Gelingt es nicht, Links löschen zu lassen, kann man diese mittels Disavow File an Google melden (mehr Infos über dazu finden Sie hier). Das ist meist die erfolgversprechendste Methode.

 

Haben Sie diese Schritte erfolgreich hinter sich gebracht, wird es spannend: Nun können Sie nämlich bei Google eine erneute Überprüfung beantragen. Dies machen Sie, wie sollte es anders sein, natürlich direkt in den Google Webmastertools.

 

Im Antrag sollten unbedingt folgende Elemente vorhanden sein:

 

  • Geben Sie die Verstöße zu.
  • Listen Sie detailliert auf, welche Maßnahmen Sie gesetzt haben, um die gemachten Fehler zu beseitigen.
  • Stellen Sie klar, dass Sie die Fehler nicht mehr wieder machen werden.
  • Bitten Sie um erneute Überprüfung.

 

Klingt für Sie ein nach Demütigung? Zugegeben, ein bisschen was davon schwingt schon mit. Aber Google ist nun einmal der 90-Prozent-Marktführer im Suchbereich und macht die Regeln. Sie als Websitebetreiber haben sich danach zu richten – oder Sie verzichten auf wertvollen und vor allem konkurrenzlos günstigen, organischen Google-Traffic. Sollten Sie bereits von Google abgestraft worden sein, dann helfen wir Ihnen als SEO-Spezialist gerne, wieder rauszukommen.